11-26-2009

Studie der Goethe-Universität Frankfurt belegt: Hochwertige digitale Infrastruktur bedeutet messbaren Standortvorteil

  • Für 80 Prozent der Befragten hat Frankfurt hohe Bedeutung als Wirtschaftsstandort
  • Wichtigste Vorteile von Colocation-Dienstleistungen bündeln sich in der Mainmetropole
  • Colocation steigert Wertschöpfung auch in Krisenzeiten

Download der Studie

Frankfurt, 26. November 2009 – Konkrete Vorteile, die sich Nutzer von Colocation-Dienstleistungen von der Auslagerung von Prozessen und Anwendungen versprechen, müssen in direkter Korrelation mit der an einem Wirtschaftsstandort verfügbaren digitalen Infrastruktur stehen. Dies ergibt die aktuelle Studie „Wertschöpfung in digitalen Netzen“ der Goethe-Universität in Frankfurt am Main im Auftrag von Interxion, einem führenden Anbieter von Carrier-neutralen Rechenzentren in Europa. So punktet beispielsweise der Standort Frankfurt am Main in den drei Kernbereichen, die nach Aussage von 213 befragten Unternehmensvertretern, von denen 64 Prozent dem leitenden Management bzw. der Geschäftsführung entstammen, am wichtigsten für eine effektive Wertschöpfung sind. Hierzu gehören zum einen die Verfügbarkeit, Redundanz und Stabilität des Rechenzentrumsbetriebs, gefolgt von der schnellen und redundanten Anbindung an Glasfasernetze. Darüber hinaus zählt für die Studienteilnehmer auch die kostengünstige Anbindung an Carrier, Internet Services Provider (ISPs) und Wide Area Networks (WAN)-Provider zu den Hauptvorteilen von Colocation. Durch die Erfüllung dieser Voraussetzungen belegt Frankfurt jeweils Spitzenplätze innerhalb des Rankings. Dementsprechend bezeichnen 80 Prozent der Studienteilnehmer Frankfurt aufgrund der hervorragenden digitalen Infrastruktur als bedeutenden bzw. als viel bedeutenderen Wirtschaftsstandort im Vergleich zu anderen Metropolen und Regionen in Deutschland. Darüber hinaus zeigt die Erhebung, dass knapp die Hälfte der befragten Unternehmen, die nicht der Informations- und Telekommunikationstechnologie (IKT)-Branche zugeordnet werden, an lediglich ein bis zwei Standorten Colocation betreiben. Frankfurt ist in vielen Fällen einer dieser beiden Wirtschaftsstandorte, was die Bedeutung der Mainmetropole nochmals unterstreicht.

Colocation-Nutzer zeigen sich krisenresistent
Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ist Colocation ein probates Mittel, die eigene Wertschöpfung zu steigern. In diesem Zusammenhang konnten Carrier und ISPs nicht nur die Kosten für IT-Infrastruktur und Zugangsgebühren um durchschnittlich acht Prozent senken, sondern gleichzeitig auch den IP-Traffic um durchschnittlich 13 Prozent erhöhen. Der steigende Bedarf an IP-Traffic resultiert letztlich in einem Anstieg des Umsatzes der Provider von über vier Prozent innerhalb der vergangenen zwölf Monate. Dieser Trend zeigt sich auch bei der Kundschaft für Software-as-a-Service-Angebote, deren Zahl um sieben Prozent gesteigert werden konnte und die Anzahl der Neukunden im Bereich Cloud Computing mit durchschnittlich zwei Prozent deutlich übersteigt. Dies zeigt, dass aktuell die webbasierte Nutzung von Applikationen (SaaS) eine deutlich höhere Zuwachsrate aufweist als die webbasierte Nutzung von Rechen- und Speicherressourcen (Cloud Computing). Darüber hinaus haben die im Bereich Colocation nutzbaren Markt- und Netzeffekte einen positiven und signifikanten Einfluss auf den Umfang der Colocation-Nutzung. Positive Effekte in Form von großer Carrier-Auswahl und niedrigen Anbindungskosten sowie die Stabilität des Rechenzentrumsbetriebs, Vorhaltung von speziellem Know-how, Sicherheit und Zertifizierung bei der Einhaltung regulatorischer Bestimmungen sowie die erhöhte Flexibilität veranlassen immer mehr Unternehmen dazu, Colocation-Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Dies betrifft laut der Studie vor allem Firmen, die in besonders turbulenten, also schnelllebigen, sowie innovativen Märkten operieren.

Unterschiedliche Branchen – unterschiedlicher Nutzen
Die Studie belegt, dass sich für Colocation-Nutzer aus unterschiedlichen Branchen individuelle Vorteile bei der Wertschöpfung ergeben. So nutzen Application Service Provider (ASPs), Hosting Services und Managed IT-Services-Provider vor allem die Vielzahl an möglichen Verbindungen zu Carriern und ISPs, um näher an den eigenen Kunden zu sein. In diesem Zusammenhang gaben 91 Prozent der Befragten aus diesem Geschäftsfeld an, durch Colocation eine deutliche Leistungssteigerung erzielen zu können. Für Finanzdienstleister wiederum ist der Point of Presence (PoP) von nachrangiger Bedeutung, jedoch die Möglichkeit zur eigenen Leistungssteigerung durch Application Hosting in einem ausgelagerten Rechenzentrum von hoher Relevanz. Darüber hinaus gaben 71 Prozent der Befragten aus der Finanzdienstleistungsbranche an, durch die Datenspeicherung in einem Colocation-Rechenzentrum Performance-Zuwächse verzeichnen zu können. Die branchenübergreifende Betrachtung der am meisten genutzten Services zeigt, dass vor allem der Betrieb von Webseiten, eigener Internetportale und E-Business-Infrastrukturen derzeit Konjunktur hat.

„Die Ergebnisse der vorliegenden Studie haben gezeigt, dass Frankfurt aufgrund seiner hervorragenden digitalen Infrastruktur zu Recht den Titel ‚Internethauptstadt Deutschlands’ trägt. Für uns kamen die Resultate nicht überraschend, da wir tagtäglich beobachten können, wie unsere Kunden erfolgreich ihren digitalen Geschäften in unseren Rechenzentren nachgehen. Ohne den zentralen Datenumschlagsplatz an der Hanauer Landstraße und ohne das Vorhandensein vollentwickelter Rechenzentrumskapazitäten würde der gesamten Region ein riesiges Wertschöpfungspotenzial fehlen“, erklärt Peter Knapp, Geschäftsführer der Interxion Deutschland GmbH.

Prof. Dr. Roman Beck, Studienleiter von der Goethe-Universität in Frankfurt, kommentiert die Ergebnisse folgendermaßen: „Früher waren perfekt ausgebaute Autobahnen, Schienennetze und Wasserwege die entscheidenden Parameter für einen erfolgreichen Standortwettbewerb. Heute haben sich die Anforderungen gewandelt und sowohl Glasfasernetze als auch Rechenzentrumskapazitäten vor Ort entscheiden über die Attraktivität eines Standorts für Unternehmen aus der Finanz- und Telekommunikationsbranche sowie für Firmen aus der Kreativwirtschaft und weiteren Wirtschaftszweigen. In dieser Hinsicht ist Frankfurt – auch aufgrund des privatwirtschaftlichen Engagements von Unternehmen wie Interxion – in den kommenden Jahren ausgezeichnet aufgestellt.“

Die Ergebnisse der Studie „Wertschöpfung in digitalen Netzen“ basieren auf einer Analyse bisheriger Untersuchungen und Expertenbefragungen im Rahmen einer Delphi-Studie sowie einer quantitativen Feldstudie mit insgesamt 213 Teilnehmern. Hierbei wurden 64 Prozent der Fragebögen von leitenden Managern oder der Geschäftsleitung beantwortet. In diesem Zusammenhang kamen die meisten Antworten aus der Gruppe der Unternehmen mit bis zu 100 Mitarbeitern (44 Prozent), gefolgt von Firmen aus dem Segment der Unternehmen mit mehr als 10.000 Mitarbeitern (19 Prozent). Colocation ist damit sowohl für kleine als auch für große Unternehmen gleichermaßen interessant.

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